Bei der 60. IALB-EUFRAS-SEASN-Tagung 2021 Bodensee stand der Austausch zu den Themen „Veränderungen begleiten, Innovationen unterstützen, Resilienz stärken” aus Beratersicht im Mittelpunkt.

Die Organisationen IALB (Internationale Akademie für ländliche Beratung), EUFRAS (European Forum for Agricultural and Rural Advisory Services) und SEASN (South Eastern Europe Advisory Service Network) waren Veranstalter der Tagung und haben gemeinsam mit den Ländern Bayern, Baden-Württemberg, der AGRIDEA (Schweiz) und der Landwirtschaftskammer Vorarlberg ein interessantes, umfangreiches Programm für Beratungskräfte, Bildungsverantwortliche und Forschende geboten. Mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 20 Nationen waren online dabei.

In ihren Grußworten betonten die drei Präsidenten der für die Tagung verantwortlichen Organisationen Florian Herzog (IALB), Jussi Juhola (EUFRAS) und Igor Hrovatic (SEASN) die Bedeutung des Austausches untereinander. Besonders im Hinblick auf die aktuellen Herausforderungen, nicht zuletzt durch die Corona Pandemie, stellten sie fest, dass die Begleitung der landwirtschaftlichen Betriebe durch innovative, sich rasch an die erforderlichen Rahmenbedingungen anpassende Beratung heute wichtiger ist denn je.

Dass ein gelebtes Netzwerk wesentlich dazu beiträgt, zeigt die IALB seit nunmehr 60 Jahren. In einem sehr interessanten und ausführlichen Beitrag von Wolfram Schöhl wurde dargestellt, dass die Ideen der Gründer aus dem Jahr 1961 heute noch genauso aktuelle sind wie vor 60 Jahren. Wolfram Schöhl war langjähriges Vorstandsmitglied und gehört der „IALB-Familie“ seit über 40 Jahren an.

Die drei Impulsvorträge der Key-Note-Speaker Prof. Dr. Fredmund Malik (Malik Management Institut St. Gallen), Kerstin Rosenow (EU-Kommission) und Dr. Eelke Wielinga (linkconsult.nl) zeigten eindrücklich auf, dass die richtige Vernetzung von Kompetenzen, Innovationen und resilientem Verhalten zukünftig immer mehr an Bedeutung gewinnen werden. Die Komplexität in der Beratung von Landwirtinnen und Landwirten steigt und das Nutzen von Netzwerken wird immer wichtiger. Nicht zu vernachlässigen hierbei sind die Beziehungen der Menschen zueinander. Dazu braucht es die richtigen Methoden und Formate um das Wissen zu vermitteln, denn dadurch kann Neues geschaffen werden.

Die wichtigsten Botschaften der Impulsreferenten sind:

  • - Strukturen zu schaffen, um die Selbstregulation und Anpassungsfähigkeit von Organisationen und Sparten zu fördern
  • - Die verstärkte Arbeit an Maßnahmen für die Beratung und Betriebsführung im Hinblick auf Nachhaltigkeit
  • - Beratungsakteure werden künftig noch stärker unterschiedliche Funktionen bedienen müssen, umso wichtiger wird deren gezieltes Zusammenwirken
  • - Aus- und Weiterbildung zu fördern und dadurch anwendungsbereites Wissen vermehren
  • - Es geht um die Menschen in Netzwerken und ein zufriedenstellendes Leben in Netzwerken

In 14 Workshops, 5 Online-Exkursionen rund um den Bodensee und in der Postersession wurden Best-Practice Beispiele der professionellen Begleitung in Form von Beratung, Bildungsangeboten und Innovationsprojekten präsentiert.

Mit neuen social media - Methoden und einem ständig geöffneten virtuellen Tagungscafé konnte, wie in den vergangenen Jahren, der Austausch unter Kolleginnen und Kollegen aus der Beratung, Bildung und Forschung in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum auch dieses Mal ausführlich gepflegt werden.

Anton Stöckli, Vizepräsident der IALB, wagte zum Abschluss der Tagung noch einen Blick in die Zukunft. Wie schon vor 60 Jahren steht die Gesellschaft auch heute vor der Herausforderung, den technischen Wandel zu bewerkstelligen. Künstliche Intelligenz und Digitalisierung werden die Landwirtschaft und somit auch die Rolle der Beratung zukünftig fordern, aber auch fördern. Mit dem Blick über den Tellerrand, kreativen und innovativen Lösungen, einem weiteren Ausbau des bereits bestehenden Netzwerkes und vor allem dem Stellen des Menschen in den Mittelpunkt unseres Tuns, werden auch die Anforderungen der künftigen Zeit zu bewerkstelligen sein.

Abschließend bedankten sich die drei Präsidenten Florian Herzog (IALB), Jussi Juhola (EUFRAS) und Igor Hrovatic (SEASN) beim Organisationsteam für die hervorragende Planung und Durchführung der Tagung und freuen sich bereits heute auf ein hoffentlich persönliches Wiedersehen im Juni 2022 in Lugo, Spanien.

Tagungs-Schwerpunkt „Leben und Landwirtschaft im Wandel“ - Zur Tagungswebseite und Anmeldung: https://eveeno.com/ialb-tagung2021